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Challenges auf Social Media: lustig oder gefährlich?
Immer wieder tauchen in den sozialen Medien wie TikTok, Snapchat oder Instagram neue Trends und Phänomene auf. Viele davon sind kreativ, lustig, sportlich oder dienen einem guten Zweck. Es gibt jedoch auch Challenges, die gefährlich werden können.
Trend oder Challenge?
Die Begriffe Trend und Challenge liegen nahe beieinander und oft nicht trennscharf. Ein Trends beschreibt ein bestimmtes Verhalten, Stilmittel wie spezielle Filter, ein Bild- oder Videoformat oder ein Thema, das viele beschäftigt. Die Challenges orientieren sich manchmal an Trends, im Vordergrund steht aber eine Aufgabe oder Herausforderung. Die Challenges sind also eine besondere Form von Trends.
Der Algorithmus und Trends
Social-Media-Plattformen leben von Sichtbarkeit, Interaktionen und Engagement. Wer auf Social Media erfolgreich sein möchte, braucht viele Views und Likes. Deshalb versuchen Nutzer, Inhalte zu erstellen, die beliebt sind. Funktioniert ein Inhalt besonders gut, wird er von anderen Usern nachgeahmt. So entstehen Trends und Challenges auf Social Media. Zusätzlich werden riskante oder verrückte Challenges vom Algorithmus verstärkt ausgespielt, da sie viel Aufmerksamkeit generieren.
Auswirkungen von Challenges
Trends und Challenges sind vielfältig und unberechenbar. Sie können über Nacht viral gehen und oft sind die Auswirkungen unklar. Beruhigend: Die meisten Trends sind ungefährlich und dienen der Unterhaltung. Ausserdem gibt es immer wieder Positivbeispiele von Challenges, welche auf ein relevantes Thema aufmerksam machen. Als bekanntes Beispiel kann hier die «Ice Bucket Challenge» von 2014 genannt werden. Mit dieser Challenge wurde die Sichtbarkeit für die Nervenkrankheit ALS erhöht und es wurden Spenden für die Forschung gesammelt.
Leider gibt es aber auch Challenges und Trends, die nicht ungefährlich sind. Sie führen zu riskantem Verhalten, körperlichen Schäden, schweren oder sogar tödlichen Verletzungen. Dabei ist deren Darstellung auf Social Media ein wichtiger Faktor. Auch riskante Challenges können lustig dargestellt werden. Die Umsetzung sieht oft viel einfacher aus, als sie eigentlich ist. Auch versuchen sich Nachahmer gegenseitig zu übertreffen, so können harmlose Challenges gefährlich werden.
Umgang mit Challenges
Ein offener Austausch über Challenges ist wichtig, um das kritische Denken anzuregen. Wie bei allen Inhalten auf Social Media muss die Darstellung kritisch hinterfragt werden. Was ist wirklich echt? Oft sehen wir nur das Endergebnis, nicht aber verpatzte Versuche, Übungszeit, Hilfsmittel oder längerfristige negative Folgen.
Nachahmer wünschen sich Anerkennung und Aufmerksamkeit. Herausforderungen sind spannend und gehören zum Leben dazu. Gemeinsam können sichere Herausforderungen gefunden werden, die den eigenen Fähigkeiten entsprechen.
Welche Challenges und Trends gibt es?
Social Media ist schnelllebig, Trends und Challenges kommen und gehen. Es gibt aber immer wieder Trends, die gleich oder in ähnlicher Form wieder auftauchen. Hier ein paar Beispiele von gefährlichen Challenges:
Ohnmacht-Challenges
Challenges zur Ohnmacht tauchen regelmässig wieder auf. Die Ohnmacht wird durch Würgen oder Hyperventilieren herbeigeführt. Der dadurch entstehende Sauerstoffmangel ist lebensgefährlich. Bekannte Bezeichnungen sind: Choking Challenge, Blackout-Challenge, Fainting Game, Jeu du Foulard oder Pilotentest.
Trainsurfing
Beim Trainsurfing klettern Personen auf Züge oder hängen sich an deren Aussenseite. Trotz Aufklärung in Schulen und bei der SBB kommt es immer wieder zu schweren Unfällen oder Todesfällen. Inhalte auf Social Media verherrlichen Trainsurfing und können zum Nachahmen animieren.
Stunt- und Parkour-Challenges
Inhalte zu riskanten Parkour-Challenges oder gefährlichen Sprünge in Gewässer verbreiten sich schnell. Die Darstellung auf Social Media wirkt einfach und kontrolliert. Durchgeführt werden die Stunts jedoch oft von erfahrenen Personen, teils mit Hilfsmitteln und Sicherheitsvorkehrungen. Zuschauende unterschätzen das Risiko daher oft.
Challenges rund um Essen und Trinken
Immer wieder ranken sich Challenges ums Essen oder Trinken von bestimmten Lebensmitteln. Manche Gefahren scheinen offensichtlich, zum Beispiel bei der Aufforderung, giftige Wäschekapseln zu schlucken. Aber auch vermeintlich harmlose Lebensmittel sollten nicht unterschätzt werden. Bei der Cinnamon Challenge wird ein Löffel Zimt geschluckt, was zu Atemnot führen kann. Auch das Essen von sehr scharfen Lebensmitteln oder einer grossen Menge kann gesundheitliche Folgen haben.
Challenges in den Medien
Vereinzelt gibt es Challenges, die in den Medien gross besprochen werden, jedoch gar keine realen Auswirkungen haben. Ein Beispiel ist die sogenannte «Paracetamol-Challenge», welche in den Medien für Aufruhr gesorgt hat. Gemäss Medienbeiträgen haben Jugendliche sich in den sozialen Medien gegenseitig aufgefordert, eine hohe Dosis Paracetamol einzunehmen. In der Schweiz sind jedoch keine Fälle bekannt.
Gemeinsam über Challenges sprechen
Das Beispiel der «Paracetamol-Challenge» zeigt, wie gross die Herausforderung ist, die Auswirkungen eines Trends einzuschätzen. Umso wichtiger ist ein kritischer Umgang mit Inhalten auf Social Media und ein offener Austausch über aktuelle Trends.
Verschiedene Anregungen zum Austausch über Challenges bietet das Material von Klicksafe: Challenges - Alles nur Spass???
Übersicht zu Social Media Plattformen
Du bist dir gerade unsicher wie die einzelne Plattformen funktionieren? Bei Schau hin gibt es zu jeder Plattform einen ausführlichen Artikel:
Verfasst von Manuela Lutz